4. Abschnitt - Mongolei, Russland (3)

Aktuelle Meldungen von der Strecke ...

Tag Meldung
01.07.2016 Uv: Tag 61: Wir sind noch einen Tag im Oasis geblieben. Die Haftpflichtversicherung für unser Motorrad haben wir dafür jetzt abgeschlossen.
Den Abend haben wir bei Bier und Schwatz ausklingen lassen.
Morgen geht's dann wirklich los.
02.07.2016 Uv: Tag 62: Gegen Mittag sind wir erst aus Ulan-Bator losgefahren. Vincent aus Canada und Gus aus Australien haben uns mit Ihren neuen Cinabikes begleitet. Die Fahrt durch die Stadt war wieder ein einziges Stop + Go. Nach 225km, genau westlich, haben wir uns auf einen schönen Steppenhügel für's Campen niedergelassen.
03.07.2016 Uv: Tag 63: Mit Gus und Vincent sind wir die mittlere Route durch die Mongolei 432km, über Tzedseleg, weiter in Richtung Westen gefahren. Die Strassen sind besser als erwartet. Die Landschaft auch! Wie ein riesiger Golfplatz ziehen sich die breiten Täler durchs Land. Die zahlreichen Viehherden von Schafen, Ziegen, Pferden und Yaks ziehen scheinbar wild über die Wiesen. Auch Kamele haben wir an einer Wanderdüne gesichtet. Die Strasse liegt ca. 1000-2000m über dem Meer. Die Pässe führen uns teilweise bis an die 3000m. Ca. 20km hinter Tariat haben wir uns auf einer Wiese, mit Blick auf den dort befindlichen See, niedergelassen.
04.07.2016 Uv: Tag 64: Wir sind vorerst einen Tag hinter Tariat geblieben. Gus und Vincent haben sich früh von uns verabschiedet, da Ihre Strecke weiter nach Norden, zum zweittiefsten See führt.
Ich war in Tariat mit dem Motorrad 37km unterwegs, um einzukaufen. Den Rest des Tages haben wir mit Lesen und Essenszubereitung verbracht. Peter war auf unserem Hausberg. Das abendliche Lagerfeuer haben wir aus Yak-Scheisse in mongolischer Tradition mit Brandbeschleuniger aus unseren Altölvorräten angezündet. Wird auch heiss, qualmt aber ganz schön.
05.07.2016 Uv: Tag 65: Aus einem Tag wurden zwei! Dima aus Moskau auf seiner 950'er KTM kam aus der Gegenrichtung und gesellte sich zu uns. Er hatte Kascha und Honigschnaps mit. Der Tag ging noch einigermaßen glimpflich aus! Am frühen Abend kamen dann noch Ole und Viktor auf ihren Postbikes. Mit ihnen werden wir am nächsten Tag weiter in Richtung Westen fahren.
06.07.2016 Uv: Tag 66: Mit Ole und Viktor sind wir 132km bis Ikh-Uul gefahren. Dort haben wir an einem Flüsschen einen wunderschönen Platz zum Campen gefunden. Unweit davon standen ein paar Jurten. Das Interesse der Mongolen, vor allem der Kinder, an uns war sehr groß. Abends kamen die Männer an unser Lagerfeuer und haben mit uns geraucht und mit Händen und Füssen komuniziert. Es war sehr lustig. Das Wetter wird uns wohl noch einen Tag zum Verweilen einladen, 35 Grad und blauer Himmel.
07.07.2016 Uv: Tag 67: Gesagt, Getan. Das Wetter war noch heisser! Wir waren den ganzen Tag im Flüsschen baden, haben geangelt (aber nicht's gefangen), und waren noch 28km in die Stadt und wieder zurück, zum Einkaufen, unterwegs.
08.07.2016 Uv: Tag 68: Von Ikh-Uul sind wir bei nun tatsächlich unbefestigten Strassen bis ca. 40km vor Numrug gefahren. Für die 122km haben wir wirklich den ganzen Tag benötigt. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 20-30 km/h. Manchmal auch darunter. Trotzdem macht sich das Gespann in den sandigen Pisten besser, als die schweren Solomaschinen, die wir immer wieder treffen. Am Abend haben wir wieder unsere Zelte in der mongolischen, grünen Steppe aufgeschlagen.
09.07.2016 Uv: Tag 69: Es hat geregnet in der Nacht. Wie aus Eimern! Die Zelte haben wir nass einpacken müssen und sind dann 143km bis Songino gefahren. Die Pisten wurden nicht besser! Unsere Beiwagenchassis beginnt schon wieder, sich aufzulösen. Jetzt müssen wir erst mal weiterfahren und beobachten! Meine Werkzeugkiste ist auch noch abgefallen.
Dafür haben wir uns abends in einem mongolischen Null-Sterne Hotel einquartiert. Morgen werden wir noch einmal auf unbefestigten Pisten unterwegs sein, dann ist Asphalt in Sicht!
10.07.2016 Uv: Tag 70: Von Songino ging es 190km bis zum Chjargas See. Die Strecke war sehr anspruchsvoll. Unser Gespann hat sich mit dem Beiwagenantrieb sehr gut durch die sandigen Passagen geschlagen! Die letzten 45km fuhren wir dann endlich auf einer neuen, glattgewalzten Asphaltstrasse.
Das Wasser des Chjargas Sees ist, wie bei vielen Seen in der Mongolei, leicht salzig. Unser Zelte haben wir unweit vom Ufer aufgebaut.
11.07.2016 Uv: Tag 71: Nach einem Morgenbad im Chjargas See konnten wir noch ca. 100km die neue Asphaltstrasse genießen, danach ging es im mongolischen Hardcoregelände weiter. Bis vor Umnogobi waren es dann insgesamt 157km. Ca. ein Dutzend Jurten standen in der Steppe, wo wir unsere Zelte aufgebaut hatten. Es dauerte nicht lange, und viele der Bewohner kamen zu uns, um unsere Motorräder und Ausrüstung neugierig zu untersuchen. Meistens wird alles angefasst und man setzt sich gerne auf die Motorräder. Die Mongolen sind sehr lustig und Scherzen viel. Man braucht keine Angst zu haben, dass irgendwas gestohlen wird. Wir haben dann noch Zigaretten und Tee ausgegeben. Wie auf Pfiff verschwinden sie dann wieder und gehen in ihre Jurten.
12.07.2016 Uv: Tag 72: Überraschung am Morgen: die Kinder aus den umliegenden Jurten haben uns selbstgemachten Hartkäse vorbeigebracht. Schmeckt ähnlich wie Parmesan, nicht ganz so würzig. Anschliessend kam uns eine kleine Herde Kamele besuchen. Auf einem durfte ich sogar Reiten. Irre hoch!
Anschliessend Frühstück mit dem schmackhaften Hartkäse und weiter ging es, die mongolischen Wege entlang in Richtung Westen. Nach 77km, kurz vor Chowd, war dann schluss. Drei schnellfliessende Flüsse kreuzten unseren Weg. Freiwillige vor! Das Wetter war warm und sonnig, also war ich der Freiwillige. Bis zur Mitte vom ersten Fluss war alles schick, dann verschwand ich in den Fluten. Mit Handy, Portemonnaie und Zigaretten! Peter wollte mir die Sachen noch vorher abnehmen...
War aber nicht so schlimm, Handy ist wasserdicht und im Portemonnaie sind nur Plastekarten. Um die Zigaretten war's aber geschehen, und wir hatten nicht mehr viele!
Am anderen Ufer war eine Baufirma damit beschäftigt, eine Brücke zu errichten. Als zweiter Versuch an anderer Stelle. Unter Einsatz meines jungen Lebens gelang es mir, das andere Ufer zu erreichen. Chef? -fragte ich. Der zuständige Bauleiter erklärte sich sofort beit, mit mir an unsere Uferseite zu kommen. Mittlerweile war dort ein UAS, der uns durch das Wasser ziehen wollte. Wir lehnten ab, das Wasser hätte unsere Motoren überflutet. Nach langen, zähen Verhandlungen konnten wir den mongolischen Bauleiter davon überzeugen, uns mit dem Bagger oder Radlader auf die andere Seite zu bringen. Aber erst am nächsten Tag. Arbeit geht ebend auch in der Mongolei vor!
Wir haben dann unsere Zelte aufgebaut und waren voller Erwartungen, ob der mongolische Bauleiter Wort hält und am nächsten Tag mit einer rettenden Baumaschine erscheint.
PS: Es war natürlich Peters Idee, mit der Baufirma in Kontakt zu treten. Darauf wären wir nie gekommen!
13.07.2016 Uv: Tag 73: Ein Mann, ein Wort, gegen 9:30 stand er vor unseren Zelten: der rettende Radlader! Mit zwei Durchfahrten waren vier Motorräder und das Gespann übergesetzt. Danach ging es weiter und nach kurzer Zeit kam noch ein Fluss. Nicht so breit und nicht so tief, aber trotzdem nicht ganz ohne! Zuerst ist der Südkoreaner mit seiner Endfiehld rüber, der mit seiner Freundin seit gestern mit uns unterwegs ist. Mitten im Flüsschen kippte er um. Wir alle rein, und das Motorrad wieder aufgerichtet. Zum Glück hatte der Motor noch kein Wasser angesaugt. Danach sind wir mit dem Gespann rüber. Umkippen geht nicht, die Räder waren aber bis zur Hälfte im Wasser, das ist die Grenze für unser Ansaugsystem. Alles ging gut und am Abend haben wir dann kurz vor Chowd, nach 123km, unsere Zelte aufgebaut.
14.07.2016 Uv: Tag 74: Wir hatten die Zelte am Vorabend natürlich nicht vor Chowd, sondern vor Ölgij aufgebaut. Die 14km bis nach Ölgij haben wir bis zum Mittag hinter uns gebracht.
Ölgij ist muslimisch geprägt, die Menschen hier sehen schon etwas anders aus. Die Strassen sind asphaltiert und es ist der erste Ort in der Mongolei, in dem die Motorradfahrer Helme tragen. Ausser wir. Die zahlreichen Polizisten haben uns ziemlich verdutzt angeschaut. Wir denken, dass der Gespannbonus uns vor einem Strafgeld bewahrt hat.
Mit Ole, Viktor, Onsiel und Susu haben wir uns im Travellers Guest House zwei Jurten gemietet.
15.07.2016 Uv: Tag 75: Heute haben wir nichts gemacht, ausser gegessen, getrunken, geraucht und geschlafen. Und abends war internationales Stundententreffen mit Opa Peter und Opa Uwe.
16.07.2016 Uv: Tag 76: In der Mongolei ist dieses Wochenende das Naadam Fest. Und wenn wir schon mal hier sind, dann schauen wir uns das an!
Heute stand das traditionelle Bogenschießen und die Ringkämpfe auf dem Programm. Die ganze Stadt ist im Stadion versammelt, festlich gekleidet und unter den Stadionmauern wird für das leibliche Wohl gesorgt. Die genauen Regeln bleiben für uns unklar, trotzdem ist es interessant anzusehen.
Morgen fahren wir dann bis zur Grenze nach Russland, damit wir am Montag noch rüberkommen.
17.07.2016 Uv: Tag 77: Der letzte Tag in der Mongolei. Wir haben uns von Ole und Viktor verabschiedet, da deren Visa für Russland erst ab 22.07. gilt und sind die 97km bis zur Grenze gefahren. Diese öffnet erst morgen um 10 Uhr, und so haben wir uns hier in einem kleinen Gasthaus niedergelassen. Wir hoffen so, morgen bei Zeiten die Grenze passieren zu können.

An dieser Stelle unser Fazit zur Mongolei:
Die Menschen sind sehr neugierig aber trotzdem angenehm unaufdringlich. Die Verständigung ist nicht einfach, da nur wenige, Ältere Russisch sprechen und noch weniger Junge Englisch. Unser "ohne Wörterbuch" (nur mit Bildern) hat uns hier sehr gute Dienste geleistet und sehr lustige Situationen beschert.
Die Landschaft ist abwechslungsreicher, als wir erwartet hatten.
Das Essen war gut, jedoch fehlte uns die Abwechslung. Der Tee ist gewöhnungsbedürftig (leicht salzig, teilweise mit Stutenmilch) aber bekömmlich.
Die Strassenverhältnisse reichen von sehr guter Asphaltstrasse bis unpassierbar. Tanken ist kein Problem, es gibt in fast jedem Ort Tankstellen.
PS: Für Kurzreisende scheint uns die Variante von Gus und Vincent am interessantesten zu sein:
Hin- und Rückflug nach Ulan-Bator, dort ein Chinabike für umgerechnet 650€ kaufen und eine Mongoleirundfahrt mit dem Bike machen. Die Händler kaufen das Bike für ca. 250€ zurück.
18.07.2016 Uv: Tag 78: Wir waren im ersten Schub im Abfertigungsbereich. Nach ca. 3h waren wir dann auch durch die russische Abfertigung gekommen, welche 25km entfernt von der mongolischen lag.
Nach insgesamt 231km haben wir unser Zelt in einem sehr schönen Seitental, in Ulagan, aufgebaut. Morgen ist Putz und Reperaturtag, der Lippendichtring am Beiwagenantrieb (Radaufnahme) muss gewechselt werden.
19.07.2016 Uv: Tag 79: Peter hat sein Herz für das Angeln entdeckt. Und für die Fische, die hat er vor dem Haken verschont.
Den Lippendichtring vom Beiwagenantrieb habe ich gewechselt und die Vergaser vom mongolischen Staub befreit.
20.07.2016 Uv: Tag 80: Durch das schöne Alteigebirge sind wir auf besten Strassen 315km von Kläranlagen bis ca. 80km vor Gorno-Altaisk gefahren. Das Kaiserwetter schlug gegen Abend um, sodass wir uns in eine kleine Hütte einmieteten. Das Interesse der Nachbarn war groß und Juri, Lena und Tatjana luden uns zu Schaschlik, Salat und diversen Getränken ein.